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Barbaras privater März

Von 4. April 2019Barbaras Blog

Nachdem mich nach dem letzten Mail "Barbaras privater Februar" derart viele positive Rückmeldungen erreicht haben, bin ich mehr als motiviert, mit dir einmal im Monat meine Erlebnisse mit dir zu teilen. 

Mein März war - wie soll ich sagen - abwechslungsreich. 

Zwei der unzähligen Höhepunkte möchte ich dir heute näher beschreiben:

1. Ich habe ein neues Auto 🚘.
2. Ich habe einen Zahn weniger 🦷


Nachdem mein altes Auto mich nur mehr angeblinkt und um Rücksichtnahme gebeten hatte, war es Zeit, ein neues Gefährt zu finden. Ich hatte die Zusage für einen schicken schwarzen Golf Variant in Linz. Als es Zeit war, den Kauf unter Dach und Fach zu bringen, teilte mir der Verkäufer mit, dass seine Frau das Gefährt des Begehrens einer Freundin gegeben hat. 

Scheibenhonig.

Ich fand aber ein ein gleiches Modell, auch in Linz. Was sich dann abspielte, könnte ein abendfüllendes Kabarettprogramm sein. 

Wer glaubt, ein Auto von Oberösterreich nach Niederösterreich zu bringen, sei kein Staatsakt, dem sei dieser Prozess wärmstens ans Herz gelegt. Ich glaube, selbst in Moskau ist das einfacher. 
Es handelte sich um ein Firmenauto mit Wunschkennzeichen. Die Sekretärin versicherte mir, ich könnte das Auto gleich am Besichtigungstag mitnehmen und direkt in Krems abmelden. Großartig! Dann würde sich noch das Wochenende in Hinterstoder ausgehen. Ich wollte mit meinem Sohn Schifahren gehen und ohne Auto ist das mehr als schwierig.

Ich fuhr an einem Donnerstag nach Linz mit Zug, gelangte nach einer Odyssee mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ein Gewerbegebiet und wurde freundlichst von ebendieser Sekretärin empfangen. Dann kam der Chef. Solariumgebräunt, manikürt 💅 , in bestes Tuch gekleidet und schon über das beste Alter hinaus. 

Mit stahlhartem Blick zeigte er mir das 🚘 . Ich strich professionell darum herum (keine Ahnung, woran man erkennt, dass ein Auto ok ist!?) und teilte ihm meine positive Kaufabsicht mit. 

Ich hatte vor, ihn noch um 400 Euro runterzuhandeln und machte einen Kardinalfehler. 

"Können Sie sich vorstellen, mit dem Preis noch runter zu gehen?" Als diese, fatalerweise geschlossene Frage 😱, über meine Lippen kam, wusste ich, dass ich verloren hatte. Der Herr war seit über 40 Jahren im Importgeschäft mit China zugange und war in jeder Richtung hartgesotten. 

"Nein". 
Ich saß, er stand. Ich schluckte und überlegte fieberhaft, wie ich zumindest einen Teil meines Gesichtes wahren konnte. 
"Irgendwie habe ich das Gefühl, Sie werden mich nach dieser Frage nie als Verhandlungsstrainerin für Ihre Firma buchen." 
"Das ist richtig. Und das Auto können Sie sich heute auch nicht mitnehmen." 

Ich lernte an diesem Tag viel: 
a) verhandle nur, wenn du dich mit der Materie auskennst
b) prüfe die Auskunft von kleinen Angestellten - immer bei den Chefitäten nachfragen

Ich beschreibe dir nur mehr in Kurzform, was dann folgte. Das Auto hatte ein Wunschkennzeichen und das konnte man nur in Linz abmelden. In einem anderen Bundesland würde es verfallen. Frag mich nicht, warum das so ist. Hirnrissig bis dorthinaus. Der nette Herr wollte sein Kennzeichen behalten.

Ich vereinbarte mit dem Herrn am nächsten Tag am Nachmittag den Abholtermin. 
Ich musste nun wieder ohne 🚘 nach Krems zurück. Ich hatte mir schon einen kranken Plan zurechtgelegt, dass ich die Nummernschilder meines radmüden Seat für die Überstellung des neuen Golfs verwenden könnte. Strafrechtlich eine Wahnsinnstat, jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass eine Überstellungstafel mehr als 500 Euro kostete, nachvollziehbar.
Am nächsten Tag zu Mittag kam eine SMS "Wo sind Sie denn?". Der Herr hatte vollkommen vergessen, dass wir 16.00 ausgemacht hatten. "Da ist niemand mehr da." Er war gnadenlos, da er den besten Trumpf im Ärmel hatte - das Auto.

c) vertraue auch auf die Aussagen von Chefitäten nicht - wenn sie ab Mittag gerne Golfspielen gehen

Somit konnte ich Hinterstoder knicken. Das Hotel teilte mir freundlicherweise mit, dass ich 100% des Preises zu zahlen hatte. Wenigstens ersparte ich mir die Liftkarten.

Am Montag fuhr ich nochmals hin, bis auf die Zähne bewaffnet. Das 🚘 war inzwischen von dem netten, gebräunten Herrn abgemeldet und wartete auf mich. In der Nähe war sogar eine Zulassungsstelle. Ich rief dort an zwecks demnächstigen Anmeldens.

Die Dame war sehr serviceorientiert. Auf meine unschuldige Frage, wie denn der Anmeldeprozess ablaufen würde, bekam ich folgendes zu hören:

"Wir sind diese Woche nicht mit Anmelden dran". 
"Entschuldigung?"
"Wir wechseln uns ab." 
Was?
"Überstellungskennzeichen macht diese Woche die Versicherung xy. Wir machen das im Radl." 
Was heißt im "Radl"???
Fassungslos wagte ich die Killerfrage zu stellen: "Wissen Sie, wo sich xy befindet?"
"Nein, weiß ich nicht". Und legte auf.
  
Ich wollte doch nur ein Auto 160 Kilometer weiter Richtung Osten bringen, über keine Staatsgrenze oder Zeitzone hinweg.

Mir dräute Furchtbares 👀 . Selbst "The Work" von Byron Katie half nichts.  

Der Nervenkrieg, der dann folgte, sucht seinesgleichen. Selbst der gebräunte Herr konnte mitsamt seinen potenten Kontakten nichts ausrichten. Überstellungskennzeichen sind sauteuer und ein aufwendiges Unterfangen.  

Ich musste nochmals OHNE 🚘 nach Krems zurück. Ich verfluchte mich und meine zuwenig vorhandene kriminelle Ader (es wäre so einfach mit den Nummernschildern meines Seat gewesen. Ich hätte mir ungefähr 800 Euro erspart und 6 Monate Lebenszeit). Am nächsten Tag meldete ich in Krems das Auto an, bekam rechtmäßige Nummernschilder, fuhr WIEDER nach Linz und konnte endlich das Auto mitnehmen, welches mir eigentlich schon ziemlich unsympathisch war. 

Wahrscheinlich verlor ich deshalb einen Zahn, von meiner heldenhaften Ärztin gezogen 👩⚕️. Gottseidank an sehr prominenter Stelle, damit auch jeder sofort sieht, dass hier Raum für Neues entstanden ist. 

Es traf sich gut mit meiner Keynote Speech in Düsseldorf. Ich finde nichts Vertrauenerweckenderes als eine Speakerin mit Fokus Business mit Zahnlücke. Meine Ärztin weiß um meinen Beruf und veranlasste sofort alles, damit mir ein Provisorium gemacht werden konnte. 

"Niemand wird etwas sehen, Sie können getrost auf die Bühne gehen!"
Es war ein Kameramann zugegen, der auch Nahaufnahmen machte. Ich reiße gerne den Mund auf und da ist es schon wichtig, dass was drinnen ist.

Bei aller Liebe, aber ich schaffte es einfach nicht, dieses Provisorium vor der Abreise abzuholen. Schulchaos, IT Gewirr, Business-Alltag, Einkaufen, damit das Kind nicht verhungert, Haushalt, Wäsche waschen, damit das Kind etwas zu anziehen hat ...

Nun gut. Wahre Freiheit ist, wenn einem NIX mehr peinlich ist. So stellte ich mich auf die Bühne, riss den Mund auf und ließ die Frauen im Publikum wissen, dass es Zeiten im Leben einer Geschäftsfrau und Mutter gibt, wo Zähne eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Beine rasieren ist überbewertet. 

Was soll ich dir sagen? Es war ein voller Erfolg 🏆. Das nächste Mal probiere ich das Ganze mit fehlendem Frontzahn, ein Upgrade sozusagen.

Ich freue mich über Kommentare über deinen privaten März!
Deine Barbara

PS: Check it out - Veranstaltungen vor dem Sommer

Emotions 7.-10.5. 2019
smart ego business club 21.5. 2019
smart business woman event 21.5. 2019 - KOSTENLOS!
Speaker Intensive Week 25.-28.6. 2019

Und was meinst Du? One Comment

  • Irmgard Rücklinger sagt:

    Herzerfrischend, liebe Barbara!
    Alles, alles Gute für dich und dein hart umkämpftes Auto - sowie dein strahlendes, selbstbewusstes Lächeln

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