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Hast du gewusst, dass Frauen bis 1908 Redeverbot hatten?

Von 12. Februar 2019Barbaras Blog

 

Am 8.3. ist wieder mal internationaler Frauentag. Hm.

Brauchen wir ihn noch oder ist eh alles cool? 

Nein, nicht alles cool. 

Deshalb Zeit für einen etwas "deftigeren" Blogbeitrag. 

Am Ende des Beitrages wirst du wissen, warum Frauen noch immer zuwenig Gehör in Wirtschaft und Politik finden, warum Frauen noch immer weniger als Männer verdienen und Altersarmut weiblich ist und welche historischen Gründe dafür verantwortlich sind. 

Mehr Stimme, Macht und Geld brauchen wir Frauen. Basta. Aus ganz und gar pragmatischen und überlebenstechnischen Gründen.

In letzter Zeit beschäftige ich mich immer mehr mit der Geschichte der Frauenbewegungen. Dank Netflix, Internet&Co kommen immer mehr Dokumentationen und Informationen über diese von Männern, Politik und der Gesellschaft über Jahrzehnte bekämpfte Bewegungen. 

Ich habe die Schnauze voll, dass Frauen benachteiligt werden, sie weniger Geld für gleiche Arbeit bekommen, von Chefs noch immer als brave Mädchen bezeichnet werden, automatisch von ihnen erwartet wird, Kind, Beruf, Familie, Haushalt ohne Murren unter den Hut zu bekommen und dabei auch bitte sehr noch Größe 38 erhalten und keine Querfalten zwischen den Augen bekommen.

Ich hab auch keine Lust mehr zuzuschauen, wie Frauen sich gegenseitig wegen Männern ausspielen (lassen!), gewohnheitsmäßig Rückzieher machen, wenn es darum geht, Position zu behaupten, finanzielle Verantwortung zu übernehmen und den Mut zu haben, sich auch unbeliebt zu machen. 

Warum gibt es noch so wenige Speakerinnen und Expertinnen, die echt bekannt sind und die Bühnen ala Anthony Robbins&Co rocken? In den USA gibt es natürlich einige, aber bei uns?? Uh-Oh. 

Warum hört man kaum einen Mann verschämt sagen "Ich traue mich nicht vor Menschen reden, ich bin doch nichts Besonderes", aber bei vielen Frauen scheint das ein Dauerzustand zu sein?

Warum beginnen Frauen erst seit ca. 20 Jahren, ihren Mund mehr und mehr aufzumachen und laut auszusprechen, was ihnen nicht passt?

Dafür gibt es Gründe. Einer davon ist das ehemalige Redeverbot.

In den deutschsprachigen Ländern war es von 1850 bis 1908 Frauen per Gesetz die Mitgliedschaft in Vereinen verboten und es galt sowieso öffentliches Redeverbot. Überlege mal, was das bedeutete!

Das Frauenwahlrecht 1919 war ein Riesenschritt für die Frauen (in der Schweiz bekamen sie es erst 1971!), von Gleichberechtigung aber keine Spur. Die Ausübung der meisten Berufe war ihnen untersagt, wenn sie heirateten, wurden sie automatisch gekündigt. Sie bekamen für ihre Arbeit ein Drittel oder ein Viertel des Lohnes der Männer. Nichtsdestotrotz stieg die Erwerbsquote der Frauen sprunghaft an. 

Durch das Dritte Reich wurden viele Dinge wieder schlimmer, die Politik setzte alles daran, Frauen ausschließlich im Haus zu behalten. "Kinder, Küche, Kirche" war für ALLE Frauen bis auf wenige Ausnahmen Gesetz. 

Während des Krieges mussten sie aber arbeiten, weil die Männer an der Front waren und Panzer gebaut werden musste. Das gefiel vielen von ihnen außerordentlich. Ihnen war von klein auf eingebläut worden, dass sie für Technik, Industrie, Handel etc. nicht geschaffen waren. Jetzt stellten sie die Mehrheit der Erwerbstätigen dar in absoluten Männerdomänen. 

Die Freude währte kurz, in den 50er Jahren übernahmen Männer per Gesetz wieder Jobs und somit das Ruder, Frauen hatten den Wirtschaftswundertraum mit der perfekten Familie zu leben. Der Mann hatte die absolute Kontrolle. Nur er durfte z.B. die Zeugnisse seiner Kinder unterschreiben, die Frau war nicht befugt. Im Falle einer Scheidung fielen die Kinder dem Manne zu, die Frau hatte kaum Rechte und war gesellschaftlich im Falle einer Trennung auch am Ende. 
Mund aufmachen konnte also ziemlich schlimme Konsequenzen haben. Deshalb machten es viele Frauen weder innerhalb noch außerhalb der Familie. 

So etwas wie Frauennetzwerke gab es kaum, Kaffeekränzchen ja, aber Netzwerke, wo sich die Frauen solidarisierten, sich im Berufsleben unterstützten, sich gegenseitig bei wirtschaftlichen Krisen halfen ...nein. Das ist eine Erfindung der neuere Zeit. 

Die patriarchalische Welt wollte keine Frauen an die Macht lassen. Basta. Und es ist in vielen Teilen der Welt noch immer so. 

Es sitzt noch immer tief, dass Frauen solange der Mund per Gesetz verboten worden ist. Erst in den 70er Jahren wurde Abtreibung nicht mehr unter Strafe gestellt, der Ehemann konnte auch nicht mehr zum Chef der Frau gehen und ohne ihr Einverständnis kündigen. Dieses Gesetz fiel 1976.

Ein Riesenproblem sind nach wie vor die Teilzeitjobs. Auch historisch gewachsen! Im Gegensatz zu Skandinavien, wo schon in den 1950er Jahren für Ganztagsbetreuung gesorgt wurde und auch Mütter vollzeit beschäftigt waren, wollte man das in den deutschsprachigen Ländern nicht. Deshalb gab es nur Kinderbetreuung bis Mittags. Frauen SOLLTEN in Teilzeit bleiben, wenn sie denn schon arbeiten mussten. Musste oder - Gott verhüte! - eine Frau mehr arbeiten, dann galt sie als absolute Rabenmutter. Dieser Begriff ist hierzulande immer noch weit verbreitet.  

Viele Umstände, die Frauen an Macht, Einfluss, Präsenz hindern, sind nach wie vor politisch gewollt und gut durch unterschiedlichste Medien verkauft. 

Was jetzt?

1. Informiere dich über die Geschichte der Frauenbewegungen. Megainteressant! Dann wird dir einiges klar, was deine Mutter gemacht oder nicht gemacht hat.

2. Trage zur Änderung bei. Beanspruche finanziell deinen Platz. Erhebe deine Stimme. Lerne sie zu benutzen, wenn du Ungerechtigkeiten siehst oder selbst erlebst. 

3. Kümmere dich um deine Finanzen. Das ist nicht der Job deines Partners oder von irgendjemand anderem. Google mal "Weibliche Altersarmut". Dann wirst du ein Motivation bekommen. Entweder für dich persönlich oder für andere Frauen!

4. Pass auf, welche Filme du dir ansiehst. In den meisten Hollywoodfilmen und Serien wird ein vollkommen verdrehtes Bild gezeichnet. Frauen werden zum größten Teil nur als soziale Wesen gezeigt, deren Hauptinteresse Beziehung, Familie, Männer sind. Männer werden als die Macher, Erfolgs- und Geldmenschen dargestellt. Hierzu gibt es beeindruckende Studien. 

5. Viele Männer sitzen diesen falschen Bildern genauso auf wie wir Frauen. Es wird auch sie unterstützen, wenn wir endlich beginnen, die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen, darüber zu reden und die volle Eigenverantwortung in unserem Leben zu übernehmen. 

Soviel zum internationalen Frauentag. 

Definitiv brauchen wir ihn.

Wir brauchen mehr Frauen, die auf Bühnen stehen, Vorträge und Seminare halten, den Mund aufmachen, sich für Frauenthemen stark machen und sich gegenseitig unterstützen, so wie es Männer seit Jahrtausenden in der Wirtschaft und Politik tun.

Wir brauchen Frauen, die aus der Gefall- und Harmoniesucht aussteigen, damit ihre Töchter und Söhne ein anderes Frauenbild bekommen.

Wir brauchen Frauen, die nicht zu stärkeren Männern werden wollen, sondern auch Freude an schönen Kleidern und Glitzer haben - weil wir halt Frauen sind! 

Wir brauchen Männer, die keine Angst mehr vor starken Frauen haben, die sich nicht bedroht von finanziell unabhängigen, erfolgreichen Damen fühlen - aber das ist wieder ein anderes Thema, mit dem wir uns hier nicht auseinandersetzen :-).

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschreiben! Dieses Thema hat mich gepackt, zumal ich in meinen Seminaren immer wieder damit konfrontiert werde. 

Vor einigen Tagen habe ich beschlossen, am 8.3. eine spezielle Veranstaltung nur zum Frauentag zu machen. 

Diesen Workshop möchte ich dir und deinen Freundinnen schenken.

Am 8.3. findet zum ersten Mal der smart businesswoman© event in Wien statt (von 10.30-14.30). Ich werde dir auf diesem Workshop die wichtigsten Bausteine verraten, wie du deine Stimme mit Speaking, Coaching oder Seminaren in die Welt bringst. Das ganze mit viel Spaß und Raketen-Energie!

Die ganzen Detailinfos und die Anmeldung findest du auf der Event-Seite.

Dieser Event ist kostenlos und zur Feier des Tages bekommt auch jede Teilnehmerin ein Geschenk! Netzwerken inklusive!

Ich hoffe, es waren einige Aha-Erlebnisse dabei. Was ist deine Meinung über den derzeitigen Stand bzgl. Macht, Geld, Frauen, Stimme ...?

Falls du Wissenswertes diesbezüglich hast, teile es bitte mit mir! Ich und viele andere Frauen sind dankbar für jeden Input.

Photo by Becca Tapert on Unsplash

Und was meinst Du? One Comment

  • Liebe Barbara,
    dieser Text ist voll motivierend, macht Mut, endlich die Pappn aufzumachen und sich nichts, aber auch wirklich nichts mehr gefallen zu lassen, andere zu ermutigen, das selbe zu tun.. Wir Frauen müssen uns gegenseitig ermutigen und uns nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen.

    Ich habe mich auch nach Leila Freilings Vortrag mit dem Thema auseinander zu setzen angefangen und für mich eine Liste erstellt, welche Filme starke Frauen zeigen. Ich habe bis jetzt 9 gefunden (weil ich auch nicht obsessiv suche und Filme schaue).

    Noch ein Tipp oder Wunsch für den smart businesswoman© event: es wäre fein wenn es einen Tisch geben wird, wo man seine Visitkarten auflegen kann. Das erleichtert das Vernetzen. ICH WÜNSCHE DIR EINEN RIESENERFOLG und freu mich schon darauf.
    Herzliche Grüße Susanne

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