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Um diese Uhrzeit vor 13 Jahren waren bereits mehr als 230.000 Menschen tot

Von 26. Dezember 2017Barbaras Blog

Ich nicht. Ich habe überlebt. Ich möchte heute diese Geschichte ein Stück weit mit Dir teilen, denn sie hat sich maßgeblich auf mein weiteres Leben ausgewirkt.

Ich war gemeinsam mit einer Freundin auf der Insel Koh Lanta im Süden Thailands. Ich habe ein Youtube Video gefunden, das exakt das wiedergibt, was wir erlebt haben. Bis auf die Tatsache, dass wir kein Gebäude mit einem Stockwerk hatten, in das wir flüchten konnten.
Wir standen um 10.30 Ortszeit am Strand und beobachteten, wie sich das Meer weit zurückzog. Verdammt ungewöhnlich, denn es war nicht Ebbe. Dann kam eine Welle, nicht hoch, aber mit einem unglaublich starken Sog. Einheimische, die ihre Fischerboote retten wollten, konnten kaum bis zu den Knien ins Wasser gehen, da so starke Kräfte am Werk waren.
Wir hatten am Vorabend Party gemacht, genau in so einer kleinen Strandbar wie Du im Video siehst. Nichts deutete darauf hin, dass am nächsten Tag eine Katastrophe biblischen Ausmaßes über Asien hereinbrechen würde.

Kurz nach der ersten kam die zweite, bedeutend höhere Welle Richtung Strand herangerollt. Zuerst trauten wir unseren Augen nicht, ich sagte zu Gaby "Was passiert denn da?", um dann laut zu schreien "Lauf!!!". Ich sah links und rechts nichts mehr, sondern bin so schnell ich konnte vom Strand weggelaufen. Hinter mir war ein Donnern und Getöse wie beim Weltuntergang.

Wir hatten ungemeines Glück. Die zweite und dritte Welle touchierte uns in diesem Bereich der Insel nur. 54 Menschen starben im Süden der Insel. Quasi ums Eck. Unser Hütten standen auf Pfählen, wo das Wasser durchschoß und sie wie durch ein Wunder stehenblieben.
Ich stand mit Gaby bis zur Hüfte im Wasser. Menschen klammerten sich aneinander, weinten und schrien, Hütten und Bäume waren niedergerissen, Tiere schwammen hilflos im dreckigen Wasser. Drei wichtige Dinge passierten in diesen Minuten mit mir.

1. Ich war wie von einem Schlag von meinen Existenzängsten befreit, die mich seit dem 18. Lebensjahr verfolgt hatten.
2. Ich wusste auf einmal, dass ich in Zukunft Menschen helfen sollte, in Freiheit, Freude und ohne Sorgen zu leben.
3. Ich schwor mir, wenn ich tatsächlich schwanger wäre und es würde ein Sohn, würde er Felix heißen. Der Glückliche, weil er es überlebt hatte.

Das alles spielte sich innerhalb weniger Minuten ab. Wir halfen alle zusammen, sorgten für die Verletzten und die panischen Menschen und versuchten einige Tiere zu retten. Wir flüchteten ins Landesinnere auf die Hügel, da wir
nicht wussten, ob noch eine Welle kommen würde, die den Rest, der noch stand, auch vernichten würde.

Erst im Laufe der nächsten Tage kamen immer mehr Details der Katastrophe ans Licht. Die Katastrophe hätte weitgehend verhindert werden können. Seismologen auf Hawai hatten die zeichen erkannt, aber in den betroffenen Regionen keine Ansprechpartner gefunden. Auf Koh Lanta gingen am 26.12. um ca. 9.00 Warnungen ein. Sie wurden nicht ernst genommen. Wie sooft auf dieser Welt.
Das Handynetz und Internet waren am 26.12. um ca. 15.00 zusammengebrochen. So konnten wir tagelang niemanden erreichen. Viele, viele Menschen machten sich große Sorgen um uns. Berechtigt, denn die Nachrichten waren voll von entsetzlichen Bildern. Mehr als 230.000 Menschen, darunter viele europäische Urlauber, waren durch den Tsunami gestorben. Ganze Familien wurden ausgelöscht. Hunderttausende waren obdachlos geworden.

Unsere geplante Rückreise wäre erst Anfang Februar gewesen. Wir flogen jedoch schon am 7.1. 2005 nach Wien zurück.
Ich wusste inzwischen, dass ich schwanger war und wollte deshalb so schnell wie möglich nach Österreich zurück. Der Flughafen in Krabi war voll von Särgen. Es war ein grausiger Anblick. Viktor Frankl hat uns die beste Frage für solche Umstände hinterlassen, die WIDEG-Frage: Wofür ist das eine Gelegenheit?

Ich hatte überlebt. Und ich hatte nebst einem Kind im Bauch einen massiven Auftrag im Gepäck. Ich wusste damals noch nicht, wie und wann ich diesen umsetzen würde. Ich wusste nur, dass ich es tun würde.

Ich arbeitete damals als selbstständige Wirtschaftstrainerin, Coach und Musikerin.
Ich beschloss Anfang Februar 2005, mein Kind allein aufzuziehen. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe, obwohl es zeitweise richtig hart war.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Auftrag für das Jahr 2005 (es wurde eines der umsatzstärksten meines damaligen Lebens). Ich war dennoch absolut gelassen, da sich das Erlebnis in Thailand tief in meine Seel eingebrannt hatte. Ich wollte nie mehr wieder einen Gedanken an Existenzängste verschwenden. Das Leben konnte innerhalb von Sekunden vorbei sein. Das war mir auf Koh Lanta sonnenklar geworden. Die Frage war, ob ich es nutzen oder mit Gedankenmüll verschwenden wollte.

In ein paar Tagen geht wieder ein Jahr rum. Eine gute Zeit, um es Revue passieren zu lassen. Folgenden Fragen sind hilfreich dabei, um Erkenntnisse zu erlangen oder Müll loszulassen.

1. Was hast Du von dem erreicht, was Du Dir vorgenommen hast?
2. Was ist Dir besonders gut gelungen?
3. Was ist Dir nicht so gut gelungen, hat sich aber im Nachhinein als Segen herausgestellt?
4. Welche Gelegenheiten hast Du genützt und welche hast Du wissentlich ungenützt verstreichen lassen? Was war der Grund?
5. Welche Erlebnisse aus 2017 kannst Du getrost in den Gully werfen?
6. Wie möchtest Du Dein Leben 2018 leben?
7. Wo möchtest Du Dich an die ersten Stelle setzen? Wo musst Du Dich an die erste Stelle setzen?
8. Was musst Du loslassen, damit das passiert?
9. Wer möchtest Du Ende 2018 sein?

Ich würde mich riesig freuen, wenn Du mich an Deinen Antworten teilhaben lässt. Hinterlasse Sie einfach in einem Kommentar. Vielleicht kennst Du jemanden, dem dieser Blogbeitrag hilfreich sein könnte und schickst ihn einfach weiter.

Demnächst erzähle ich Dir von meinem zweiten massiven "Erweckungserlebnis." Das war im Jahr 2010.
Bis dahin wünsche ich Dir noch geruhsame Feiertage!

PS: Und ja, es ist ein Junge geworden :-). Er heißt Felix-Anatol, der Glückliche, dort, wo die Sonne aufgeht.

Und was meinst Du? 7 Kommentare

  • 1. Was hast Du von dem erreicht, was Du Dir vorgenommen hast?

    Die wirtschaftlichen Ziele deutlich nicht erreicht.
    Dennoch das beste Jahresergebnis ever, da alle Schulden abbezahlt sind.
    Dennoch der grösste Wohlstand ever, noch nie so viel privat bar bezahlt.
    Eben nicht so viel wie geplant...

    Ziele zu hoch? Nein, das Mindset ist zu niedrig.
    Ein Ziel setzen ist zu wenig. Es ist wichtig dass ich es mir auch wert bin.

    2. Was ist Dir besonders gut gelungen?

    Erkenntnis woran es liegt: Mindset - Reset nötig - erledigt

    Söhne mitgenommen zu Seminaren!

    3. Was ist Dir nicht so gut gelungen, hat sich aber im Nachhinein als Segen herausgestellt?

    Der erfolgreich verursachte Misserfolg hat mich dazu gebracht, NOCH mehr Seminare zu buchen
    Hatte ich 20 Jahre lang vernachlässigt. Barbara Jascht hat mich wieder erweckt, die verglimmende Glut wieder entfacht - DANKE!

    4. Welche Gelegenheiten hast Du genützt und welche hast Du wissentlich ungenützt verstreichen lassen? Was war der Grund? Was kannst Du tun, dass Du 2018 diesbezüglich anders handelst?

    Wir haben 2017 keine Road Show gemacht. Einfach nur laufen lassen. Das war zu wenig.

    Wir haben für die neue Software die Ausschreibung fertig bekommen

    Ich habe Mindset -Reset gemacht... mit konkreten, messbaren Zielen für 2018

    5. Wie möchtest Du Dein Leben 2018 leben?
    Dieses Jahr 2018 insgesamt 12 Wochen Action: Seminare oder Kreativ- Reisen. Wir beginnen mit Januar mit Nova Scotia
    Söhne und Enkel, enge Mitarbeiter mitnehmen auf Seminare

    6. Wer bist Du 2018?
    Albert "the determinator" Pucher - I AM BACK

    7. Für wen könnte das ein Vorbild sein?
    Für meine Söhne und Enkel, für Angestellte und Vertriebspartner, für alle die mehr aus sich machen wollen...

  • Renate Hotz sagt:

    LIebe Barbara! Ich habe mir gerade Dein Video angesehen und bin immer wieder bis ins Mark erschüttert was da geschehen ist. Du wart mitten drinnen. Bei Dir muss dies immer noch gewaltig sein wenn Du solche Bilder siehst. Es kann sich wahrscheinlich niemand vorstellen was da in einem vorgeht. Du bist unheimlich toll und stark und ich wünsche Dir alles was Du Dir wünscht von ganzen Herzen, denn eines weiß ich mit Gewissheit, jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Es gibt keine äußeren Umstände die wir selbst nicht beeinflussen können. Wir entscheiden wie mir mit Tod, Glück, Niederlagen und Freude umgehen. Alles zusammen nennt man LEBEN.

  • Ich weiß es nicht, istvdie Antwort auf alle Fragen. Zum Verzweifeln!

  • Meine Antworten mögen sehr hochgestochen und wenig konkret klingen und doch ist es das, was mir aus dem Herzen zufließt:

    1. Was hast Du von dem erreicht, was Du Dir vorgenommen hast?
    Spirituelles Wachstum, Selbstwertsteigerung
    2. Was ist Dir besonders gut gelungen?
    Den Spiegel, den die Welt mir vorhält, noch besser und gelassener anzunehmen und daraus zu lernen.
    3. Was ist Dir nicht so gut gelungen, hat sich aber im Nachhinein als Segen herausgestellt?
    Obwohl mir materielles immer leichter zuströmt, bin ich finanziell immer noch am "rumwurschteln", ich nehme es generell schon gelassener und vertraue immer mehr darauf, dass ich es im Griff habe - das lernen zu können, empfinde ich als Segen dabei.
    4. Welche Gelegenheiten hast Du genützt und welche hast Du wissentlich ungenützt verstreichen lassen? Was war der Grund?
    Ich nutze jede Gelegenheit anderen zu helfen oder eine Inspiration zu sein, ich habe endlich "verstanden", dass ein "überlegener Verstand" einen ganz schön in die Irre führen kann.
    Ich bin sicher ich habe Gelegenheiten verstreichen lassen, wissentlich fällt mir jedoch jetzt keine ein.
    5. Welche Erlebnisse aus 2017 kannst Du getrost in den Gully werfen?
    Keine, jedes Erlebnis ist wichtig, mir fällt auch gar nichts extrem unangenehmes ein.
    6. Wie möchtest Du Dein Leben 2018 leben?
    Mit offenem Herzen, mit Vertrauen in mich und das Leben - weiter daran arbeiten meinen Geist noch mehr zu befreien durch Achtsamkeit, Gedankenhygiene.
    7. Wo möchtest Du Dich an die ersten Stelle setzen? Wo musst Du Dich an die erste Stelle setzen?
    Ich muss mich an die erste Stelle setzen, in Bezug auf Eigenliebe und Gesundheit, denn nur so kann ich der Welt am besten dienen, durchdrungen von Liebe und Freude gebend.
    8. Was musst Du loslassen, damit das passiert?
    Die Glaubensätze, die ich mit Geld habe.
    9. Wer möchtest Du Ende 2018 sein?
    Ende 2018 habe ich meine Finanzen im Griff mit mehr Ordnung und Struktur, gleichzeitig die Magie des Chaos und "Zu-Falls" zulassend.

  • @ Punkt 5 ... da hätte ich grade was sehr zeitnahes zu berichten.... was jetzt aber hier nicht zu berichten geht ... was eigentlich unberichtbar ist und deshalb postwendend in den Gully verschwindet ...

  • Danke, also... ich hab auch einen Traum, den poste ich Dir gleich!:

    Schau dir "Appentwicklung: Ekambi & Malenka" auf YouTube an
    https://youtu.be/qfesipijek4

    In Paris möchte ich ein neues zu Hause finden, mit Jo Ekambi Tongo😍...

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